Trauer

Das Herz blutet, atmen fällt schwer
Linderung erbeten – schnell, bitte sehr
Gedanken umkreisen den Grund der Trauer
Emotionen erdrückend, rundum nur Mauern
nichts will helfen, keine Ablenkung funktioniert
allgegenwärtig das Gefühl, welches so irritiert

Nahestende Menschen sind da, wollen helfen
bloss kein Wort, keine Umarmung will greifen
ein unbändiger Drang einzuschlafen, auszuweichen
bis der Schmerz erträglich, der Druck entweichend
man sagt, dass die Zeit die Wunden heilt,
nichts für ewig schmerzhaft bleibt
Tage verfliegen zu schnell, wenn man glücklich ist
schleichen zähflüssig dahin, wenn man Trauer fühlt
Akzeptant als Heilung kann die Schmerzen lindern
Distanz wäre gut, um Verzweiflung zu verhindern

Auch wenn wir diesen Zustand nicht wollen
gar einen Menschen, ein Tier loslassen sollen
Trauer kann ohne bestimmten Grund auftauchen
ist immer intensiv, schmerzhaft und aufbrauchend

Der einzige Trost, der mir in den Sinn gekommen
zum Glücklichsein muss man Trauer genauso kennen
es heisst man lebt und kann noch spüren
ist emotional noch nicht total am verglühen

Liebe Trauernde, diese Zeilen für euch geschrieben
wissend, dass es keine Erleichterung wird bringen
das Bedürfnis nach Anteilnahme so gross und ungelenk
nimm dieses Gedicht als mein kleines Geschenk